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Unterrichtsklau beenden – Vertretungsbudget an den Schulen einführen

Zur Unterrichtsversorgungsstatistik des Bildungsministeriums für das Schuljahr 2018/2019 erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Der anhaltend hohe Unterrichtsausfall zeigt einmal mehr, dass die Bildung in unserem Land krankt. Der sich verschärfende Lehrkräftemangel hat eine steigende Arbeitsbelastung für die Lehrerinnen und Lehrer und einen hohen Krankenstand zur Folge. Um den Anstieg des Unterrichtausfalls zu kaschieren, wird der Lehrkörper noch stärker auf Verschleiß gefahren. Ein Teufelskreis, der endlich durchbrochen werden muss.

Um den Unterrichtsausfall nachhaltig zu senken, müssen die Arbeitsbedingungen an den Schulen verbessert werden. Dazu gehören die Verringerung der Unterrichtsverpflichtung, Altersanrechnungsstunden vor dem 63. Lebensjahr und Lebensarbeitszeitkonten für Lehrkräfte. So kann verhindert werden, dass Lehrerinnen und Lehrer in Teilzeit oder gleich in den vorzeitigen Ruhestand flüchten.

Darüber hinaus muss endlich ein Vertretungsbudget von einer Wochenstunde je Lehrkraft eingeführt werden. Damit hätten die Schulen Freiräume, den ausfallenden Unterricht flexibel und unkompliziert zu vertreten. Das steigert auch die Attraktivität des Berufs und den Schülerinnen und Schülern würde nicht länger der ihnen zustehende Unterricht geklaut.“

Hintergrund: Der Anteil der Mehrarbeit von Lehrkräften ist gegenüber dem Vorjahr um annähernd 10 Prozent gestiegen. Das sind mehr als 150 000 Stunden, die größtenteils weder vergütet noch durch Freizeit honoriert werden. Die Zahl der Klassenzusammenlegungen stieg um sieben Prozent und mit Stillarbeit wurden weitere 62 500 Stunden Unterrichtsausfall verschleiert. Das sind 10 Prozent mehr als ein Jahr davor.