Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Skip to main content
Bild: commons.wikimedia.org / mc005 / CC BY-SA 3.0

Lichtenhagen 1992: Mahnen und Erinnern

Mehrere Tage lang dauerte das Pogrom gegen Flüchtlinge und ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter. Ein aggressiver Mob aus Neo-Nazis sowie Mitläuferinnen und Mitläufern schleuderte Steine und Brandsätze gegen das Sonnenblumenhaus - unter Johlen und Beifallklatschen einer zuschauenden Menge. Die Einsatzkräfte der Polizei, Bundes- und Landespolitik, die ganze Zivilgesellschaft versagten. Es war reiner Zufall, dass in dem Inferno niemand ums Leben kam.

Die rassistischen Übergriffe erfolgten in einer Zeit, als die Debatte um eine Verschärfung des Asylrechts hochkochte. Sie war geprägt von ‚Das Boot ist voll'-Sprüchen, die die Lage mit eskalieren ließen. Nach den Ausschreitungen kam es dann auch zur faktischen Abschaffung des Rechts auf Asyl. Die Drittstaatenregelung wurde eingeführt, wonach Flüchtlinge abgewiesen werden können, wenn sie über ein als sicher geltendes Land einreisen.

Wir finden uns nicht mit den Asylverschärfungen ab, die im Nachgang von Lichtenhagen durch die Bundesregierung beschlossen wurden. Für uns ist klar: Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Hass und Gewalt dürfen keinen Raum haben - nicht in Rostock und nirgendwo. Angesichts der aktuellen Debatte um die Aufnahme von afghanischen Ortskräften und die schamlosen Aussagen des CDU-Kanzlerkandidaten Laschet, dass sich 2015 nicht wiederholen dürfe, braucht es eine deutliche Stimme gegen Stimmungsmacher - gerade jetzt.