Rostock demonstriert friedlich gegen zweite NPD-Kundgebung
Mehr als 500 Teilnehmer stellten sich der heutigen NPD-Kundgebung entgegen. Wir waren mit Vertretern der demokratischen Parteien und Initiativen vor Ort.
Nachdem Rostock die NPD am Freitag mit Obst und Eiern verabschiedet hat, kehrten die Nazis am Morgen des 1. August überraschend mit ihrer sogenannten "Asyltour" auf den Neuen Markt zurück. Zuvor hatte die Polizei mit einem Großaufgebot die Hälfte des Neuen Marktes eingezäunt und verschaffte den Nazis unverhältnismäßig viel Freiraum für ihre Hasstiraden gegen Asylsuchende und Andersdenkende. Davon ließ sich das anwesende Bündnis aus demokratischen Parteien, Jugendorganisationen, Initiativen und engagierten BürgerInnen mit ca. 500 Teilnehmern nicht abschrecken: lautstark und bunt zeigte Rostock, dass es tolerant, weltoffen und demokratisch ist.
Wie schon am Freitag unterließ es die Verwaltung des Rostocker Rathauses mit einem eigenen Transparent gegen die Nazis Stellung zu beziehen, was von vielen Beteiligten scharf kritisiert wurde. Lobend wurde hingegen das Engagement der Marienkirche aufgenommen. Hier wehte ein Transparent mit der Aufschrift "Unser Kreuz hat keine Haken". Zur Unterstützung trug auch die Rostocker Straßenbahn AG bei, die mit den Lautsprechern ihrer Haltestellen half, das Gebrülle von Pastörs und Co. musikalisch zu überschallen.
Kritik wurde an dem vollkommen überzogenen Polizeieinsatz nach Ende der NPD-Kundgebung geübt, der sich vor allem auf alternative Jugendliche konzentrierte. Die willkürliche Feststellung von Personalien und der Einsatz von Pfefferspray waren Ausdruck einer überforderten Polizei und zeigten deren Unwillen deeskalierend zu agieren.
Die SDS-Hochschulgruppe wird auch weiterhin Seite an Seite mit friedlichen Protestierenden für ein offenes, buntes und tolerantes Rostock eintreten, damit die Nazis mit ihren menschenverachtenden Ansichten nirgendwo eine Chance haben.

