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Neue Gräben ersetzen alte Mauern!

"Die Mauer zwischen Ost und West ist weg, aber die Gräben zwischen Arm und Reich werden größer. Wer 1990 geglaubt hat, der zunehmende Wohlstand würde zu Gleichheit und Gerechtigkeit führen, der dürfte enttäuscht sein. Die Verteilungsdebatte ist in vollem Gange und überschattet die Erfolge der Bürgerrechtsbewegung. Unsere Gesellschaft ist heute sozial gespalten und geprägt von Ungleichheit. Eine größer werdende Gruppe Armer steht einer reicher werdenden Gruppe Reicher gegenüber.", sagt Steffen Bockhahn.

Zahlreiche Studien belegen ein Verteilungsproblem zwischen den Alten und den Neuen Bundesländern. Mittlerweile gibt es ebenso viele Forschungen, die ein gravierendes Verteilungsproblem innerhalb der gesamtdeutschen Gesellschaft erkennen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlichte aktuelle Ergebnisse, die sich aus einer Langzeitbefragung von mehr als 20.000 Menschen in Ost- und Westdeutschland erkennen lassen.

"Die Deutsche Einheit hat nur eines konsequent verwirklicht, und zwar den Sozialabbau. Der Niedriglohnsektor hat sich in Ost und West gleichermaßen ausgebreitet, die Ungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt sind ein bundesweites Problem.", so Bockhahn.

Die Löhne in Ostdeutschland sind noch immer niedriger als in den Alten Bundesländern, doch mit einem sich stark ausbreitenden Niedriglohnsektor haben Ost und West gleichermaßen zu kämpfen.

Laut DIW-Studie war das Einkommen der Westdeutschen 2007 am oberen Ende der Einkommensskala um 37 Prozent höher als die vergleichbaren Einkommen in Ostdeutschland. In der Mitte waren sie um 28 Prozent höher. Am unteren Ende der Skala waren die Einkommen gleich. Der Grund ist die Herausbildung eines riesigen Niedriglohnsektors auch im Westen.

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