Blumen sind nicht genug - Gleichstellung braucht politische Konsequenzen

Zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, erklärt Nurgül Senli, stellvertretende Landesvorsitzende der Linken Mecklenburg-Vorpommern:

 

„Der Internationale Frauentag ist kein Anlass für bloße Gesten. Er macht sichtbar, was für viele Frauen und FLINTA* Personen im Alltag Realität ist: Überlastung durch Erwerbsarbeit, unbezahlte Sorgearbeit und mangelnde gesellschaftliche Anerkennung.

 

Auch 2026 gilt: Zwischen Job, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Partnerschaft und dem Wunsch nach eigener Zeit bleibt für viele kaum Raum zum Durchatmen. Besonders unbezahlte Sorgearbeit wird noch immer überwiegend von Frauen und FLINTA* Personen geleistet. Oft bleibt sie unsichtbar und wird viel zu selbstverständlich erwartet.

 

Blumen verwelken. Ungleichheit nicht.

Der 8. März erinnert uns daran, dass Gleichstellung keine Selbstverständlichkeit ist, sondern politisch erkämpft wurde und weiterhin erkämpft werden muss.

 

Die Linke hat in Mecklenburg-Vorpommern wichtige Schritte durchgesetzt. Der 8. März ist gesetzlicher Feiertag, Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt wurden gestärkt und eine Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul Konvention geschaffen. Doch klar ist: Das reicht noch nicht.

 

Gleichzeitig erleben wir, dass rechtsextreme und konservative Kräfte versuchen, feministische Errungenschaften zurückzudrängen, Gleichstellungspolitik zu schwächen und bestehende Strukturen auszuhöhlen. Nur wenige Tage vor dem Frauentag hat der rechte Block in der Rostocker Bürgerschaft den Gleichstellungsaktionsplan verhindert. Auch in Greifswald haben rechte Kräfte in dieser Woche erneut die Beschlussfassung zu einer Satzung für einen Frauenbeirat blockiert.

 

Für uns ist klar: Gleichstellungspolitik muss verteidigt und weiterentwickelt werden. In Parlamenten, in der Gesellschaft und auf der Straße. Die Kämpfe für soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und echte Gleichstellung gehören zusammen und enden nicht am 8. März.

 

Der 8. März ist ein Tag der Sichtbarkeit. Der Rest des Jahres ist der Auftrag.“