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Fast jeder dritte Erwerbslose kann sich nicht jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten

30 Prozent (837.000) der Erwerbslosen in Deutschland hatten im Jahr 2016 finanzielle Schwierigkeiten, jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einzunehmen (Gesamtbevölkerung 7,1 Prozent).

Darüber hinaus hatten im Jahr 2016 18,4 Prozent (519.000) der erwerbslosen Menschen finanzielle Probleme die Wohnung angemessen heizen zu können (Gesamtbevölkerung 3,9 Prozent).

Unerwartete Ausgaben (in Höhe von mindestens 985 Euro) aus eigenen Finanzmitteln bestreiten zu können stellt für 81,5 Prozent (2,27 Millionen) der Erwerbslosen (Gesamtbevölkerung 31,2 Prozent) ein Problem dar.  

Dies geht aus der Sonderauswertung zur materiellen Entbehrung EU-SILC 2016 1) hervor, die von der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann, Fraktion DIE LINKE, beim Statistischen Bundesamt angefragt wurde. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:   

„Die Befunde sind für den Sozialstaat Deutschland im wahrsten Sinne ein Armutszeugnis. Die Verarmung Erwerbsloser ist ein Skandal. Die Bundesregierung verweigert ihnen eine angemessene Unterstützung. Seit den Hartz Reformen wird die soziale Sicherung für Erwerbslose überwiegend Hartz IV überlassen. Die notwendigen Konsequenzen liegen auf dem Tisch: Der Zugang zu ausreichenden Leistungen der Arbeitslosenversicherung muss erleichtert werden. Und: Hartz IV muss durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung ersetzt werden, die wirklich vor Armut schützt und Teilhabe ermöglicht.“


1) Materielle Entbehrung ist ein Indikator, der Personen benennt, deren Lebensstandard aufgrund fehlender Mittel stark eingeschränkt ist. Abgefragt wird, ob es Einschränkungen in folgenden Bereichen gibt: 1) Miete, Wasser/Strom sowie Verbindlichkeiten, 2) Beheizung der Wohnung, 3) unerwartete Ausgaben decken können, 4) jeden zweiten Tage eine Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder gleichwertiger Proteinzufuhr, 5) einen einwöchigen Urlaub, 6) ein Auto, 7) eine Waschmaschine, 8) einen Fernseher oder 9) ein Telefon. European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC) ist die Standarddatenquelle für die Messung von Armut und Lebensbedingungen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union.