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Fachkräfteoffensive erst starten – dann vorantreiben

Zur heutigen Aussprache „Fachkräfteoffensive in Kitas im Land weiter vorantreiben“ erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

„Bevor wir im Parlament darüber diskutieren, die Fachkräfteoffensive in Kitas voranzutreiben, sollte die Landesregierung eine solche Initiative erst einmal auf den Weg bringen.

Für die Gewinnung echter Fachkräfte in der Kindertagesförderung hat die Landesregierung in den zurückliegenden Jahren kaum einen Finger krumm gemacht. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Zahl der ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher von 2011 von 87 auf gegenwärtig 77 Prozent gesunken ist. Auch die Ausbildung zum Erzieher von 0 bis 10 Jahren (ENZ) hat die Lage nicht entspannt, obwohl seit ihrer Einführung 2017 auch Auszubildende als Fachkräfte gewertet werden. Ebenfalls 2017 wurde der Katalog der pädagogischen Fachkräfte im KiföG erweitert, heute zählen auch Psychotherapeuten bzw. Hebammen als pädagogische Fachkräfte. Das sind alles ehrenwerte Berufe, aber eben keine ausgebildeten pädagogischen Fachkräfte. Der jüngste Versuch, geförderte Alltagshelfer ohne jegliche pädagogische Vorbildung als Hauptschwerpunkt der aktuell laufenden Fachkräfteoffensive zu werten, ist an Hilflosigkeit nicht mehr zu überbieten.

Die Ursachen für die verzweifelten Versuche, Fachkräfte vorzuweisen, liegen auf der Hand. Die Landesregierung hat es noch immer nicht geschafft, die Ausbildungsplatzplanung in der Kindertagesförderung den Bedarfen anzupassen. Solange dies nicht geschieht, bleibt die Fachkräfteoffensive eine Worthülse. Wir brauchen endlich mehr Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas und keine wohlklingenden, aber inhaltsleeren Offensiven. Förderung und Bildung von Kindern kann nur durch entsprechend ausgebildete Personen erfolgen und nicht durch ungelernte Hilfskräfte. Setzen SPD und CDU ihren Kurs fort, gefährden sie einmal mehr die Bildung der Kinder in der Kindertagesförderung.“